Chatsucht
Wer regelmässig chattet und seinen Stamm-Chat gefunden hat, wird über
kurz oder lang typischen "Kampfchattern" begegnen. Das sind Leute, die man irgendwie "immer" sieht - egal zu welcher Zeit an welchem Tag man sich in den Chat einklinkt. Oft kennzeichnen solche Chatter ihre Profile mit wichtigen Hinweisen wie "habe Flat, daher nicht immer am PC" - womit möglichst vielen Teilnehmern signalisiert werden soll, dass diese immer online sind (nur ab und zu mal einschlafen?).
Solche Kampfchatter müssen nicht zwangsläufig chatsüchtig sein, zeigen aber
ganz deutliche Anzeichen. Sie erwecken in jedem Fall den Eindruck, dass ihnen im Chat keinesfalls etwas entgehen darf. Viele gehen keiner beruflichen Tätigkeit nach, hier bilden also Zeit und Langeweile die Hauptmotive - und Gefahren !
Wer sich aber überwiegend in Chats aufhält und beispielsweise wichtige Dinge, wie
Allgemeinen Pflichten nachkommen
Arbeit (oder Arbeitssuche)
Soziale Kontakte ausserhalb der Chats pflegen
Wohnung/Zimmer in Schuss halten
vernachlässigt, hat sehr ernste Anzeichen einer Chatsucht !
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Nur
wer seine Sucht selbst erkennt, ist auf dem besten Weg sie
auch wieder loszuwerden !
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Die Folgen der Chatsucht sind mitunter gravierend, da sich Veränderungen nur schleichend bemerkbar machen und die Betroffenen selbst kaum Anzeichen wahrnehmen. Zudem werden Signale von anderen gerne als "uncool" verworfen - die Betroffenen leben immer mehr in ihrer "eigenen" Welt, die sie sich schliesslich so zurechtbauen, dass alles in bester Ordnung scheint - allerdings nur noch online!
Mögliche Folgen der Chatsucht sind beispielsweise
Erheblich gestörtes soziales Umfeld
Psychische Störungen (Scheinwelt kontra Realität)
Verlust von Arbeitsplatz und/oder sozialen Kontakten
Verwahrlosung von Wohnung/Zimmer
Stetig ansteigende Isolation
Körperliche und/oder geistige Störungen
Wir
wissen, dass "Chatsüchtige" das ungerne lesen und
sicher einige Ausreden finden werden, mit denen sie das vernachlässigen
von wichtigen Dingen rechtfertigen. Klüger ist es, sich diese
Sucht einzugestehen und dagegen an zu arbeiten.
Ein erster Schritt ist das "limitieren" der Chatzeiten. Natürlich
geht das nicht mit der Brechstange. Am einfachsten ist es, die Chatzeiten im
wöchentlichen Abstand zu reduzieren. Wer beispielsweise jeden Tag chattet,
lässt in der ersten Woche einen Tag, in der zweiten Wochen zwei Tage weg
- wobei zu Auszeiten auch das Internet Tabu sein sollte. Wer es 4 Wochen lang
geschafft hat, 2 chatfreie Tage pro Woche zu erreichen, wird auch kein Problem
damit haben, einen dritten und vierten chatfreien Tag zu schaffen. Wichtig ist,
dass sich Freizeitaktivitäten nicht ausschliesslich auf das chatten beschränken!
Wer das reduzieren nicht alleine schafft, sollte in jedem Fall professionelle
Hilfe bei einem Psychologen oder Psychiater in Anspruch nehmen.
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